Gaza - Saba:
Die vom Welternährungsprogramm unterstützten Bäckereien mussten im Gazastreifen ihre Türen schließen, weil ihnen aufgrund der seit einem Monat andauernden Verschärfung der israelischen Blockade des Gazastreifens das für ihren Betrieb benötigte Mehl und der Dieselkraftstoff ausgegangen waren.
Seit dem 2. März hat der israelische Feind die Grenzübergänge zum Gazastreifen für die Einfuhr humanitärer Hilfe und Grundnahrungsmittel gesperrt, die für rund 2,4 Millionen Palästinenser im Gazastreifen eine Lebensader darstellen.
Der Korrespondent der Nachrichtenagentur Anadolu berichtete unter Berufung auf palästinensische Händler, dass die Schließung von Bäckereien zu einem deutlichen und doppelt so hohen Preisanstieg für Mehlsäcke auf dem Markt geführt habe.
Er erklärte, der Preis für einen 25-Kilogramm-Sack Mehl sei von 80 Schekel (ein Dollar entspricht 3,70 Schekel) auf über 500 Schekel gestiegen, was die Belastung der Vertriebenen, die mit katastrophalen Lebensbedingungen konfrontiert sind, noch weiter verschärfe.
Er wies darauf hin, dass dieser Anstieg mit einem gravierenden Mangel an anderen Grundnahrungsmitteln zusammenfiel, was die tägliche Versorgung mit Lebensmitteln für Tausende von Familien im belagerten Gazastreifen zu einer großen Herausforderung machte.
Der Händler Mohammed Radwan sagte, die anhaltende Schließung würde die humanitäre Katastrophe im Gazastreifen verschärfen, da die Palästinenser nicht wüssten, wie sie ihre Angelegenheiten regeln und ihre Kinder ernähren sollen.
Am Dienstag erklärte Abdel Nasser Al-Ajrami, Vorsitzender der Gaza Bakery Owners Association (einer Nichtregierungsorganisation): „Alle vom Welternährungsprogramm unterstützten Bäckereien haben ihren Betrieb eingestellt.“
Er fügte hinzu, dass diese Schließung erfolgt sei, nachdem „in den Lagern des Welternährungsprogramms aufgrund der anhaltenden Schließung der Grenzübergänge kein Mehl, Zucker, Salz, Hefe und Diesel mehr vorhanden waren“.
Von diesen Bäckereien profitieren 70 Prozent der Palästinenser im Gazastreifen, die Brot zu symbolischen Preisen kaufen, während 30 Prozent der Gesamtproduktion der Bäckereien kostenlos an Flüchtlingslager verteilt werden, so Al-Ajrami.
Die Regierung des Gazastreifens sowie Menschenrechts- und Hilfsorganisationen haben bereits davor gewarnt, dass die anhaltende Schließung von Bäckereien die Hungerkrise im Gazastreifen verschärfen könnte, wo die Einwohner aufgrund der jahrelangen Blockade bereits unter schwerer Nahrungsmittelknappheit leiden.
Diese Organisationen betonten, dass die Verhinderung der Einfuhr von Mehl und Nahrungsmittelhilfe einen eklatanten Verstoß gegen das humanitäre Völkerrecht darstelle.
